Nino Haratischwili: Das mangelnde Licht

In ihrem neuen Roman erzählt Nino Haratischwili die Geschichte von vier Freundinnen, Nene, Ira, Dina und Keto. Ihre Familien bewohnen einen Hinterhof im Tiflis in den 1980er Jahren. Keto, die Erzählerin, wohnt dort mit ihrem Vater, dem älteren Bruder und zwei Großmüttern. Ihre Mutter ist gestorben. Nenes Onkel ist eine große Nummer in der Tifliser Unterwelt. Ira ist hochintelligent und hat sich in Nene verliebt. Dina kennt keine Furcht und ist die Mutigste von allen. Sie hat immer einen Fotoapparat dabei.

Die Geschichte beginnt auf einer Ausstellung von Dinas Fotografien. Dort treffen sich die Freundinnen nach Jahren wieder. Ohne die inzwischen berühmte Dina, sie ist tot. In Rückblenden erzählt Nino Haratischwili die bewegende Geschichte der Frauen, die eng mit der Geschichte Georgiens verflochten ist. Schönes und Tragisches ist ihnen widerfahren. Vieles zwischen ihnen ist unausgesprochen und kommt nun auf den Tisch.

Ab und zu habe ich mich beim Lesen gefragt, woher der Titel des Buches kommt. Eine Fotografie in der Ausstellung löst das Rätsel.

Schon „Das achte Leben“ von Nino Haratischwili hat mir sehr gefallen. Auch diesen Roman habe ich verschlungen. Es schwebt ständig etwas Unheilvolles über der Handlung. Die Stimmung ist aber keinesfalls depressiv. Die Sprache ist sehr wortgewaltig und bildhaft. Ich habe gelesen, dass der Stil der Autorin mit Tolstoi und Dostojewski verglichen wird. Da kann ich nur zustimmen und wünsche mir noch ganz viele Romane von Nino Haratischwili.

Die Autorin:

Nino Haratschiwili wurde 1983 in Tiflis geboren. Sie lebt in Deutschland und arbeitet als Dramatikerin, Theaterregisseurin und Romanautorin.

  • Frankfurter Verlagsanstalt
  • 832 Seiten
  • ISBN 9783627002930
  • 34 €

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