Sofia Segovia: Das Flüstern der Bienen

Am Ende des Romans sind bei mir ein paar Tränen geflossen. Halte ein paar Taschentücher bereit.

Erzählt wird die Geschichte der Familie Morales, die eine große Hacienda in Linares besitzt, nicht weit von Monterray im Nordosten Mexicos. Francesco Morales hat früh seine Mutter verloren, die bei seiner Geburt gestorben ist. Nur durch die Milch seiner Amme, Nana Reja, überlebt er.

Eines Tages findet die inzwischen sehr alte Reja ein Kind, versteckt unter einer Brücke und umschwärmt von hunderten von Bienen. Es ist ein Junge, der mit einer Hasenscharte geboren und von seiner Mutter ausgesetzt wurde. Die Morales nehmen den Jungen bei sich auf und nennen ihn Simonopios, obwohl die Landarbeiter voller Vorurteile in dem Kind die Wiedergeburt des Teufels erkennen wollen.

Schon früh stellt sich heraus, dass Simonopios eine besondere Verbindung zu den Bienen hat. Er versteht ihre Sprache und sie bleiben gern in seiner Nähe.

Als Beatrice Morales im fortgeschrittenen Alter von fast vierzig Jahren und der Geburt zweier Töchter nochmal schwanger wird und einen Sohn zur Welt bringt, ist die Freude groß. Der kleine Francesco steht von Anfang an unter dem Schutz von Simonopios. Er liebt den Jungen über alles, spielt mit ihm und lehrt ihn den Umgang mit der Natur und natürlich den Bienen.

Er erzählt ihm auch die Geschichte des Coyoten und des Bären. Denn Simonopios weiß, dass nicht alle ihn mögen. Besonders für einen der Landarbeiter ist er immer noch ein Teufel und der trachtet ihm nach dem Leben.

Politisch ist Mexiko in diesen Zeiten sehr instabil. Viele Landarbeiter lehnen sich gegen die Großgrundbesitzer auf. Die Morales bangen um ihren Besitz.

Die Geschichte wird von dem kleinen Francesco erzählt. Er führt uns durch die bewegte Geschichte Mexikos anhand der Familie Morales. Aber auch die vielen Angestellten der Hacienda bekommen ein Gesicht. Die ProtagonistInnen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Der Roman hat mich durchaus an Isabelle Allende und Gabriel García Márquez erinnert. Beim Lesen siehst du die Landschaft und die Menschen vor dir. Alle haben eine besondere Geschichte und ein bestimmtes Schicksal. Einfach wunderbar. Gewünscht hätte ich mir etwas mehr Verständnis für die Landarbeiter und deren Wunsch nach eigenem Land. Da kommt doch meine soziale Ader durch.

Das Hörbuch, gelesen von Uwe Teschner und Reinhard Kuhnert, ist ein absoluter Ohrenschmaus mit spanischem Feeling.

Die Autorin:

Sofia Segovia wurde in Monterray geboren und studierte Kommunikationswissenschaften.

  • List Verlag
  • 480 Seiten
  • ISBN 978-3471360354
  • 22 €
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • 850 Minuten
  • ISBN: 9783957132352
  • 22 €

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